Der wahrhaft Erfolgreiche ist kein Erfolgsjäger. Er verwaltet nur seine Talente.” (Emil Oesch, Schriftsteller)

Dem Erfolg wie ein Verrückter nachzujagen kann durchaus spannend sein. Zum Erfolg führt es allerdings eher nicht. Jedenfalls dann nicht, wenn du dir nicht im klaren über deine Stärken, deine Talente bist.

Bist du dir jedoch im Klaren, was dein Talent, deine besondere Fähigkeit ist, dann ist das jagen nicht mehr nötig. Dann genügt es, deine Fertigkeiten ruhig und selbstsicher auszuspielen.

“Verwalten”, wie der Schweizer Schriftsteller Oesch es ausdrückt, klingt vielleicht etwas zu behäbig und bürokratisch. Aber wer sind wir schon, einem Schriftsteller sprachliche Tipps zu geben? Besinnen wir uns lieber auf unser Talent – und haben damit Erfolg.

Die Freude und Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen – gepaart mit Flexibilität und Kooperationsfähigkeit – waren immer entscheidende Qualitäten eines erfolgreichen Managers und werden es auch in Zukunft sein.” (Hilmar Kopper, Ex-Vorstandssprecher der Deutschen Bank)

Führungskräfte unterscheiden sich hauptsächlich durch eine wichtige Eigenschaft von anderen: Sie zögern nicht, Entscheidungen zu fällen. Und wenn sie gute Führungskräfte sind, dann liegen sie mit ihren Entscheidungen meistens auch richtig.

Denn zusätzlich zu ihrer Entscheidungsfreude legen sie auch die Fähigkeit an den Tag, flexibel und kooperativ zu agieren. Entscheidungen werden nicht einsam getroffen, sondern sind das Ergebnis von Denk- und Kommunikationsprozessen. Am Ende aber muss Klarheit herrschen.

Zögern und zaudern hilft hingegen meist wenig, wenn es darum geht, Mitarbeiter und ein Unternehmen zu führen. Entscheidungen müssen zum richtigen Zeitpunkt getroffen werden – nicht überstürzt, nicht viel zu früh oder vollkommen nachlässig, viel zu spät.

Wenn A für Erfolg steht, lautet die Formel: A = X + Y + Z. X steht für Arbeit, Y ist Muße und Z heißt Mund halten.” (Albert Einstein, Physiker)

Ein genialer Kopf wie Einstein hat für alles eine Formel. Sogar für den Erfolg. Dem großen Physiker zufolge besteht Erfolg demnach aus Arbeit und Muße.

Soweit, so klar. Die richtige Balance aus Anstrengung und Kraft schöpfen ist als Grundlage des Erfolgs sicher weitgehend unstrittig. Eine dritte Komponente allerdings bringt Einstein noch ins Spiel, die nicht ganz so konsensfähig erscheint.

Mund halten. Damit meint der Erfinder der Relativitätstheorie aber sicherlich kein Duckmäusertum. Sondern eine gewisse Bescheidenheit, frei nach dem Motto: Nicht Worte, sondern Taten sprechen lassen.

Jemand sagte zu mir: „Aber die Beatles waren anti-materialistisch.“ Das ist ein großer Mythos. John und ich haben uns buchstäblich hingesetzt und gesagt: „Nun lass uns einen Swimmingpool schreiben.“” (Paul McCartney, Ex-Beatle)

Mit Mythen ist das so eine Sache. Viele davon sind schlicht falsch. Zum Beispiel dieser: Die Beatles waren eine Gruppe von Hippies, denen Geld und Reichtum nichts bedeutete.

Paul McCartney himself, neben John Lennon der berühmteste Ex-Beatle, bringt es in seinem Zitat auf den Punkt. Die Jungs waren begnadete Musiker – und wollten auch den angemessenen Lohn dafür haben. Zum Beispiel einen schönen Swimming Pool.

Es schließt sich ja auch überhaupt nicht aus, ein soziales Bewusstsein und Geld zu haben. Im Gegenteil – ohne Geld kann ein soziales Bewusstsein nicht viel ausrichten. Den Beatles kannst du das ruhig glauben.

“Wenn Sie der Bank 100 Dollar schulden, ist das Ihr Problem. Wenn Sie der Bank 100 Millionen Dollar schulden, ist das das Problem der Bank.” (J. Paul Getty, Öl-Tycoon)

Immer wieder hört oder liest man von Menschen, die sich überschuldet haben. Dabei haben diese Menschen einen einfachen Fehler gemacht: Sie haben nicht zu viel, sondern zu wenig Schulden gemacht.

Denn wie der US-Öl-Tycoon J. Paul Getty so richtig bemerkte: Jemand, der der Bank 100 Dollar schuldet, ist ein Niemand. Ein Nichts. Auch 1.000 oder 10.000 Dollar ändern daran noch nichts.

Jemand aber, der einer Bank 100 Millionen Dollar schuldet, ist für das Geldinstitut ein extrem wichtiger Kunde. Die Bank wird jedes Interesse daran haben, dass er Erfolg hat und ihn nach Möglichkeit dabei unterstützen – denn sonst bleibt sie auf ihren Schulden sitzen.

Es lohnt sich also, groß zu denken. Das gilt auch und gerade beim heiklen Thema Schulden.

Das Geheimnis des Erfolgs ist: sich nie damit zufrieden geben, dass man zufrieden ist.” (Ray Conniff, US-Komponist)

Erfolg macht zufrieden – und genau darin liegt die Gefahr. Denn Zufriedenheit ist kein Zustand von Dauer. Eben hast du noch die Befriedigung verspürt, ein anvisiertes Ziel endlich erreicht zu haben, im nächsten Moment ist das schon wieder Schnee von gestern.

Denn der Erfolg bringt es mit sich, dass er sich stets neue Ziele sucht. Die Zufriedenheit über einen Teilerfolg ist wichtig, schließlich motiviert sie zu weiterem Engagement.

Tut sie das aber nicht, so wird sie schnell zur falschen Zufriedenheit, die den Drang zum Erfolg lähmt und hemmt. Deshalb: Den Erfolg genießen, wenn er sich einstellt, aber niemals, wirklich niemals darauf ausruhen.

Ich lese keine Zeitung. Was wirklich wichtig ist, erfahre ich an der Börse.” (Mayer Amschel Rothschild, legendärer Kaufmann und Bankier)

Informationen sind ein wichtiges Kapital. Um Erfolg zu haben, ist es unerlässlich, stets auf dem neusten Stand zu sein.

Die entscheidende Frage ist dabei: Woher beziehe ich zuverlässige und aktuelle Fakten? Mayer Amschel Rothschild, der legendäre Kaufmann und Bankier aus Frankfurt, verließ sich dabei jedenfalls nicht auf die im Zweifelsfall mangelhafte Expertise von Journalisten.

Sicher finden sich in einer Zeitung – heute muss man wohl eher von der Online-Ausgabe ausgehen – hin und wieder nützliche Informationen. Für den Erfolg sind diese jedoch meistens völlig irrelevant. Selbst wenn es sich um einen besonders renommierten Wirtschaftsteil einer besonders renommierten Publikation handelt.

Wenn es da schon steht, wissen es an der Börse ohnehin schon längst alle. Warum also nicht seine Informationen direkt aus erster Hand beziehen, anstatt darauf zu warten, dass es die Reporter auch mitbekommen?

“Als ich jung war dachte ich, dass Geld das Wichtigste im Leben ist und nun, da ich alt bin, weiß ich es.“ (Oscar Wilde, Schriftsteller)

Oscar Wilde ist geradezu sprichwörtlich bekannt für seine Bonmots. Der Ire hatte einen feinen Sinn für Ironie. Aber eben nicht nur das. Auch die weniger charmanten Realitäten des Lebens waren ihm nicht fremd.

Das beweist sein obiges Zitat. Lebenserfahrung hatte Wilde sicherlich genug. Auch wenn er nur 46 Jahre alt wurde und in Armut starb – zwei Jahre Gefängnis hatten seine Gesundheit gründlich ruiniert.

Gerade aus dieser wenig ersprießlichen Lage heraus erkannte der Schriftsteller, was im Leben wirklich zählt. Geld ist für ein erfolgreiches Leben einfach unabdingbar, auch wenn es natürlich nicht komplett ausreicht. Doch ohne Geld ist alles nichts – kannst du Oscar Wilde fragen.

Man muss das Geld zum Fenster rauswerfen, damit es zur Haustüre wieder reinkommen kann.” (Karl Lagerfeld, Modezar)

Der große Karl Lagerfeld ist nicht als sehr bescheiden bekannt. Warum auch. Der Mann hat in Sachen Mode mehr erreicht als die meisten seiner Konkurrenten.

Insofern muss es nicht überraschen, dass er zu einer Verhaltensweise rät, die mit dem Mantra der schwäbischen Hausfrau – sparen, sparen, sparen – wenig bis nichts zu tun hat. Und mal ganz ehrlich: Von wieviel reichen schwäbischen Hausfrauen hast du bisher gehört? Genau.

Mit geschätzten 400 Millionen Euro Vermögen kann man Karl Lagerfeld hingegen durchaus als reich bezeichnen. Zwei warme Mahlzeiten am Tag sind sicherlich drin. Geschafft hat er das aber eben nicht durch Sparsamkeit – sondern durch Investitionsfreude und Risikobereitschaft.

Das Geheimnis des erfolgreichen Börsengeschäftes liegt darin, zu erkennen, was der Durchschnittsbürger glaubt, dass der Durchschnittsbürger tut.” (John Maynard Lord Keynes, Ökonom)

Die Börse – für viele ein geradezu mythischer Ort. Die Dinge, die dort geschehen, glauben viele von uns einfach nicht durchschauen zu können.

Und das ist sehr schade – denn ohne Aktien Geld anzulegen, ist zwar möglich, aber gerade in Zeiten von niedrigen Zinsen eher schwierig. Leicht ist es dagegen, am Parkett die Übersicht zu wahren – wenn du dich nicht gleich Bange machen lässt.

Ein wenig Menschenkenntnis kann da nicht schaden. Denn wie der große Keynes ins Gedächtnis ruft, hängt viel an der Börse vom Glauben der Durchschnittsbürger ab. Glaubt Kleinaktionär A beispielsweise, dass seine Mit-Aktionäre bald sehr viele Aktien von Unternehmen XY kaufen werden, und kauft deshalb ebenfalls Aktien von XY, wird der Kurs mit Sicherheit steigen.

Alles ganz einfach – wenn du die Übersicht behältst.