Spekulieren geht über studieren. Wer wirklich reich werden will, muss etwas riskieren.

Unter den reichsten Menschen der Welt sind nicht umsonst viele Spekulanten. Klar kannst du dein Geld brav auf ein Bankkonto legen. Dort wird es herumliegen – und keine nennenswerte Vermehrung erleben, selbst, wenn es wieder etwas mehr Zinsen geben sollte.

Richtig reich werden Investoren, die ihr Geld für sich arbeiten lassen. Beispielsweise George Soros oder Ray Dalio. Beide haben Geld mit Geld verdient – über Hedgefonds. Klar, die hatten auch ein nicht zu verachtendes Startkapital. Aber entscheidend ist, was man daraus macht.

Auch wenn du nur 10.000 Euro hast, kannst du etwas dafür tun, dass es schnell mehr wird. Der Deutsche Aktienindex Dax beispielsweise hatte über die letzten Jahrzehnte hinweg eine durchschnittliche Rendite von acht Prozent. Wer jedes Jahr besagte 10.000 Euro in Aktien investiert, ist nach 29 Jahren – Millionär.

„Bei vielen Millionären stand das Ziel, reich zu werden, nicht im Mittelpunkt“ Thomas Druyen, Reichtumsforscher

Druyen hat einen Lehrstuhl für Vergleichende Vermögenskultur. Richtig, so etwas gibt es nur in Österreich. Genauer an der Sigmund-Freund-Privatuniversität in Wien.

Der Forscher hat in den vergangenen Jahren mit hunderten Reichen gesprochen. Sein Ergebnis: Die überwiegende Mehrheit von ihnen waren geradezu obsessive Unternehmer, die von einem großen Willen zur Verwirklichung ihrer Ideen getrieben wurden.

Das Vermögen kam bei ihnen also eher zwangsläufig, nicht als Folge einer besonders großen Sehnsucht nach Geld. Sie wollen gestalten, umsetzen, die Welt von morgen prägen – nicht einfach nur reich werden, egal, womit. Wer nur das möchte, soll lieber Lotto spielen – und die Finger von echten Unternehmungen lassen.

„Bleibt nicht zu lange bei einer Sache. Konzentriert euch auf darauf, was als nächstes kommt.“ Steve Jobs

Wirklichen Erfolg hat nur der, der sich nicht auf dem bereits Erreichten ausruht. Mission erfüllt? Toll, aber such dir gleich die nächste! Nichts ist so uninteressant wie Ziele, die man bereits erreicht hat.

Niemand wusste das besser als Steve Jobs. Es ist nicht übertrieben, den Unternehmer als Visionär und Pionier zu bezeichnen. Der Gründer und langjährige CEO von Apple hat unser Zeitalter vielleicht mehr geprägt als alle anderen großen Geister.

Und Jobs selbst hat sich stets an seine Maxime gehalten: 1985 verließ er Apple nach einem internen Machtkampf – und gründete einfach ein weiteres Computer-Unternehmen, NeXT. Parallel dazu steckte er viel Geld in das Computertrickfilm-Studio Pixar. Später kehrte er zu Apple zurück.

“Erfolg ist ein schlechter Lehrmeister. Er täuscht selbst den Schlauen vor, dass sie sich nicht irren können.” Bill Gates

Bill Gates, 62, ist ein Prototyp. Unternehmer, Mäzen, ein geschätztes Vermögen von rund 90 Milliarden Dollar, nach Jeff Bezos der zweitreichste Mann. Dass der etwas von Erfolg versteht, liegt auf der Hand.

Und Gates warnt vor einem der größten Feinde des Erfolgs: Der Erfolg selbst.

Klingt erstmal paradox, aber: Wer nur von Erfolg zu Erfolg eilt, hat keine Gelegenheit, sich zu verbessern. Es braucht auch den schmerzhaften Moment der Niederlage – denn nur daraus kann man lernen.

Selbstzufriedenheit aber führt zu Stagnation und zu nachlassender Leistung. Und das ist für den Erfolg das Schlimmste, was passieren kann.

„Dem Geld darf man nicht nachlaufen, man muss ihm entgegengehen.”

Als Aristoteles Onassis 1922 in Buenos Aires ankam, hatte er 60 Dollar. Nur 23 Jahre später hatte der Großreeder ein Vermögen von 100 Millionen Dollar. Und in den 70er Jahren war es bereits auf mehrere Milliarden Dollar angewachsen.

 

Kein Märchen, sondern das Ergebnis von Klugheit und der richtigen Einstellung. “Dem Geld darf man nicht nachlaufen, man muss ihm entgegengehen”, lautet eine der Erkenntnisse des Unternehmers.

 

Egal, ob er mit Tabak, mit Fellen oder später mit Schiffen handelte – er tat es stets mit voller Überzeugung und Souveränität. Statt sich von Zweifeln zerfressen zu lassen und verzweifelt jedem müden Dollar hinterher zu jagen, konzentrierte er sich geduldig und selbstsicher auf den Aufbau eines bedeutenden Vermögens.

“Wer gut wirtschaften will, sollte nur die Hälfte seiner Einnahmen ausgeben, wenn er reich werden will, sogar nur ein Drittel.”

 

Wer viel haben will, muss viel behalten. Das ist einleuchtend. Nur: Wieviel ist viel? Oder zu viel?

Der englische Empiriker Francis Bacon, dem bis heute hartnäckig nachgesagt wird, er habe die Werke Shakespeares geschrieben, hatte dafür eine klare Maßgabe. 50 Prozent von seinen Einnahmen zu behalten ist gut, zwei Drittel zu behalten ist besser – und führt zum Reichtum:

“Wer gut wirtschaften will, sollte nur die Hälfte seiner Einnahmen ausgeben, wenn er reich werden will, sogar nur ein Drittel.”

Er selbst hat sich an diese goldene Regel allerdings wohl nicht gehalten: Als er 1626 starb, hinterließ er seinen Erben Schulden in Höhe von 22.000 englische Pfund.

„Der Unterschied zwischen erfolgreichen Menschen und wirklich erfolgreichen Menschen ist, dass wirklich erfolgreiche Menschen zu fast allem nein sagen.“

 

Eine To-Do-Liste ist großartig. Aber: Wirklicher Erfolg braucht vor allem eine Konzentration aufs Wesentliche. Eine To-Do-Not-Liste sozusagen.

Wirklich große Unternehmer und Investoren wissen das. So wie Warren Buffett. Der US-amerikanische Großinvestor, Unternehmer und Mäzen ist nicht ohne Grund Milliardär.

Eins seiner berühmten Zitate lautet: „Der Unterschied zwischen erfolgreichen Menschen und wirklich erfolgreichen Menschen ist, dass wirklich erfolgreiche Menschen zu fast allem nein sagen.“

Fast alles bedeutet: Alles, was letztlich keinen Gewinn bringt. Übrig bleibt: Das Wesentliche. Und das ist der Erfolg.

Die Weltwirtschaft kommt einfach nicht zur Ruhe. Nun lodert ein neuer Krisenherd auf: Das Freihandelsabkommen der Europäischen Union mit Kanada droht zu platzen.

Das wäre nach dem gescheiterten TTIP-Abkommen mit den USA der nächste Rückschlag für den Freihandel. Ceta könnte an der neuen italienischen Regierung scheitern, die angekündigt hat, es nicht ratifizieren zu wollen.

Teilweise wird es zwar schon angewandt, dadurch droht es aber nun zu kippen. Der weltweite Streit um Handel und Zölle wird dadurch nochmal verschärft. Das kann alles mögliche, aber sicher nicht im Interesse der deutschen Wirtschaft sein, die nach wie vor stark von Exporten abhängig ist.